Druckansicht der Internetadresse:

Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaft

Lehrstuhl für Romanische Literaturwissenschaft und Komparatistik unter besonderer Berücksichtigung Afrikas – Professor Dr. Ute Fendler

Seite drucken

Burkina Faso 2008

Workshop zu afrikanischem Entwicklungstheater mit Prof. Dr. Prosper Kompaore (2009)

Besuch aus Burkina Faso

Im Rahmen der im Februar 2008 stattgefundenen Exkursion von Ute Fendler und Ricarda Hanck zum „Festival International du Théâtre pour le Développement“ nach Ouagadougou/Burkina Faso war Prof. Dr. Prosper Kompaoré vom 5. bis zum 7. Oktober zu Gast in Bayreuth. Herr Kompaoré ist Begründer und Leiter des internationalen Theaterfestivals „Festival International du Théâtre pour le Développement“, das seit 1988 alle zwei Jahre Theatertruppen aus aller Welt empfängt.
Herr Kompaoré hielt im Iwalewa-Haus einen zweitätigen Workshop zum Thema „Théâtre et société en Afrique“ für Studierende, die im Februar nächsten Jahres für 14 Tage am Theaterfestival sowohl als Schauspieler einer Truppe des Togoer Autors und Regisseurs Dr. Sénouvo A. Zinsou teilnehmen und die Kultur- und Medienlandschaft vor Ort kennen lernen werden.

Besuch aus Burkina Faso in Bayreuth

Kontext des Projekts

An der Universität Bayreuth sind die Literaturen und Kulturen Afrikas in verschiedenen Disziplinen Schwerpunkt des Lehr- und Forschungsprogramms. Innerhalb der Romanistik werden vor allem Literaturen, Kinofilme und Medien besprochen und analysiert. Dabei sind die Fragen der Darstellung gesellschaftlicher und kultureller Gegebenheiten in Medien, Literatur, Theater und Film ebenso von Bedeutung wie die Untersuchung der Produktions-, Distributions- und Rezeptionsbedingungen im ursprünglichen kulturellen Kontext und die Rezeptionsprobleme beim Übergang von einem Kulturraum in einen anderen. In dem B.A.-Studiengang „Afrikanische Sprachen, Kulturen und Kunst“ kommt noch der Bereich der Kunst und der afrikanischen Sprachen hinzu. Hinzu kommt die Besonderheit der Studiengänge „Theater und Medien“ und „Musiktheater“, ebenso wie das internationale Ateliertheater, in dessen Rahmen Senouvo. Zinsou Theaterstücke konzipiert und realisiert.
Im Zusammenspiel dieser unterschiedlich ausgerichteten Studiengänge sind das Medien- und Theaterschaffen Afrikas ein wichtiger Überschneidungspunkt, der eine interdisziplinäre Herangehensweise benötigt, um die komplexen ästhetischen und sozial relevanten Thematiken erfassen und analysieren zu können, die zu einer besseren interkulturellen Verständigung nötig sind.

Das Projekt erfolgt in Kooperation der Lehrstühle „Romanische Literaturwissenschaft und Komparatistik mit besonderer Berücksichtigung Afrikas“ und „Afrikanistik“.

Boubacar Diallo

Projektbeschreibung

Bei der  Weiterführung und Ausweitung des Lehrangebots zum frankophonen afrikanischen Film ebenso wie zu Theater und Kunst wurde für interdisziplinär interessierte und praxisorientierte Studierende die direkte Begegnung mit Kunst und Kultur in Burkina Faso ermöglicht. In der Fakultät IV weisen eine Reihe von Disziplinen einen Afrikaschwerpunkt auf, was sich auch in den Modulen des Studienangebots niederschlägt, so dass eine Exkursion mit Studierenden aus verschiedenen Fächern (Romanistik, Afrikanistik, Theaterwissenschaft, Theater und Medien) die enge Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Disziplinen gefördert und zugleich einen Austausch mit Studierenden und Lehrenden in den Bereichen Romanistik, Afrikanistik (Jean-Claude Naba) und „Art et Communication“ (Prosper Kompaoré, Firmin Gouba) von der Université de Ouagadougou ermöglicht hat.

Aufgrund der heterogenen Zusammensetzung der Gruppe wurde auch bei der Exkursion  zwei Schwerpunkte gesetzt
In dem ersten Block sollten die Studierenden die Möglichkeit erhalten Einblick in die Arbeit der Medien (Radio, Fernsehen, Zeitungen) zu erhalten. Der Kollege Firmin Gouba (Chef du département „Art et communication“) hat ein Treffen mit seinen Kollegen und Mitarbeitern aus den Medien vor Ort organsiert. So konnten die Studierenden sowohl einen Besuch beim Staatlichen Fernsehen, der staatlichen Zeitung, einem lokalen Radiosender, einer Werbeagentur abstatten, als auch selbst als geladene Gäste bei einer Radiosendung Rede und Antwort stehen.

Theater Exkursion

Besonders interessant war das Treffen mit Hr. Boubacar Diallo, dem Begründer der einzigen satirischen Zeitschrift "Journal du Jeudi", Inhaber der Produktionsfirma "Le Dromadaire" und Regisseur zahlreicher Filme. Zur Ergänzung fand ein Treffen mit dem Präsidenten der Association des Editeurs indépendants en Afrique statt, der selbst Verleger ist. Hr. Naba hat den Studierenden einen Einblick in die Problematik der Buchproduktion in Burkina Faso gegeben, aber auch einen Überblick über das aktuelle Literaturschaffen.

Ein Besuch des „Musée de la Musique“ mit einer Einführung in die Breite der Musikproduktion und der Instrumente in Burkina Faso hat es den Studierenden ermöglicht, Musikinstrumente, die häufig in anderen Medien und im Theater zum Einsatz kommen, in einem anthropologischen und historischen Kontext kennen zu lernen. Weitere Museen, die Einblicke in die Kultur des Landes gaben, waren dasNationalmuseum und das "Musée du Manéga".

Auch die Produktion von Kunsthandwerk – insbesondere die Arbeit mit Bronze, Leder und Stoffen, die in diesem Land vorherrschen – sollte den Studierenden durch einen Besuch im „Village Artisanal“ vorgeführt werden.

Der zweite Schwerpunkt lag auf dem Theaterschaffen in Westafrika und insbesondere in Burkina Faso. Hierfür war vor allem Dr. Sénouvo Zinsou verantwortlich, der schon seit Jahren an der Universität Bayreuth Theater unterrichtet und mit Studierenden afrikanische Stücke auf die Bühne bringt. Er hat mit Studierenden eines seiner Stücke einstudiert, das bei dem oben genannten Theaterfestival in Ouagadougou zur Aufführung kam. Ein Teil der Exkursionsgruppe nahm daher sowohl als Rezipienten des Festivals als auch als Akteure teil. Ein Besuch der großen Theater in Ouagadougou (Théatre de la Fraternité, Atelier Théâtre Burkinabe) war für alle Studierenden vorgesehen, so dass auch hier eine Einführung in das Theaterschaffen erfolgen sollte, was durch ein Seminar von Ricarda Hanck im Wintersemester 2007/08 an der Universität Bayreuth bereits theoretisch erarbeitet wurde.

Plakat

Fragen des Verstehens von anderen Kulturen, die zentral sind für alle beteiligten Fächer, konnten bei dieser Studienfahrt insbesondere deswegen deutlicher in den Blick rücken,  weil das Programm in Ouagadougou als Begegnungs- und Gesprächsprogramm mit Studierenden der dortigen Universität durchgeführt wurde (gemeinsame Besuche der Institutionen und der Theateraufführungen, gemeinsame Diskussionen über die besuchten Veranstaltungen, gemeinsame Gespräche mit Kultur- und Medienschaffenden). Somit konnte im Gespräch ein Austausch über unterschiedliche Rezeptionen und erfolgen.


Verantwortlich für die Redaktion: Univ.Prof.Dr. Ute Fendler

Facebook Twitter Youtube-Kanal Instagram Blog Kontakt